April 12, 2021

Die “schleichende Falle” Burnout

Die Symptome eines Burnouts sind nicht immer gleich und auch nicht immer offensichtlich. Sie entwickeln sich im Zeitablauf wie eine Spirale. Das Ausbrennen verursacht verschiedene psychische und physische Beschwerden, die Sie vermutlich bisher nicht mit dieser Erkrankung in Zusammenhang gebracht haben. Diese Beschwerden können mit mehreren gleichzeitig auftreten, müssen dies aber nicht. Ich habe die Häufigkeit aus meinen Erfahrungen mit angegeben. 

Fast immer: Der Verlust des Eigenbestimmung/Motivation

Viele Betroffene berichten von dem Gefühl „nicht mehr selbst in ihrem Leben zu entscheiden“. Sie fühlen sich „im Hamsterrad“, wie „auf Autopilot“ und „als wenn das Leben an Ihnen vorbeigeht“. Es gibt fast immer die Vermutung der „Schuld“ bei „der Arbeit“, „dem Alter“,…… 

Sehr häufig: Kopfschmerzen und Tinnitus; wenn der Kopf überläuft

Sie haben immer wieder Kopfschmerzen, nicht nur in der Arbeit, sondern auch während der Freizeit? Kopfschmerzen sind oft stressbedingt und Anzeichen eines Burnouts. Unter ständiger psychischer Belastung verändert sich der Tonus der Gefäße und sogenannte Spannungskopfschmerzen können entstehen. 
Darüber hinaus kann ein Dauergeräusch im Ohr (Tinnitus) entstehen, häufig dann, wenn ein Burnout droht oder bereits eingetreten ist. Die genauen Ursachen sind unbekannt, die größte Rolle spielt jedoch häufig negativer Stress, wenn das Ohr dauerhaft klingelt, rauscht oder pfeift.

Häufig: Magenschmerzen, Blähungen, Verstopfung und Sodbrennen; wenn das Leben auf den Magen schlägt und bitter wird.

Der Magen reagiert besonders empfindlich auf negativen Dauerstress. Magenschmerzen können deshalb ein deutliches Warnsignal für eine dauerhafte Überforderung/einen Burnout sein. Analoges gilt bei Sodbrennen: Oft ist nicht (nur) die Ernährung Ursache für Sodbrennen, sondern auch negativer Stress. Sind die Nerven ständig überlastet, produziert der Magen mehr Säure. Auch Blähungen werden von vielen Menschen, die mit der Überlastung kämpfen genannt. Viele, die ständig an oder über ihrem persönlichen Limit arbeiten, bekommen Blähungen. Die Nerven von Magen und Darm reagieren überaus empfindlich auf negativen Dauerstress. Sodbrennen, Verkrampfungen und übermäßige Gasbildung sind die Folgen. Dazu wird auch die Verstopfung im gleichen Zusammenhang genannt, dabei wird der Darm träge. Verstopfung stellt sich ein und bildet ein Sinnbild dafür, dass der Klient zu viel aufnimmt und zu wenig wieder abgibt.

Sehr häufig: Rückenschmerzen und Nackenschmerzen; wenn zu viel auf den Schultern liegt, geht es auf das Rückgrat.

Meist liegt die Ursache von Rückenschmerzen in einer Verspannung der Muskeln, deren Auslöser wiederum oft negativer Stress ist. Unter Anspannung steigt der Muskeltonus, die gesamte Rückenmuskulatur verhärtet. Das beeinträchtigt die Sehnen und die Gelenkfunktion. Das betrifft auch die Halswirbelsäule. Nackenverspannungen sind häufig ein Symptom eines Burnouts. Weitere Erklärung dafür: Unter Druck, Überlastung und Angst, den typischen Wegbereitern eines Burnouts, zieht der Mensch unwillkürlich den Kopf etwas ein. Wird diese Haltung beibehalten, sind Nackenschmerzen unausweichlich.

Häufig: Gliederschmerzen

Wenn morgens die Gelenke schmerzen, muss nicht immer Arthrose oder Gicht dahinterstecken. Manchmal ist das auch ein Anzeichen für Burnout. Die Ursache: Die hohe psychische Dauerbelastung verändert den Stoffwechsel, der Körper übersäuert und das zeigt sich auch in morgendlichen Gelenkproblemen. Von den morgendlichen Gelenkproblemen ist oft der Ellbogen betroffen. Dies äußert sich bei einem Burnout nicht selten als so genannter „Tennisarm“.

Häufig: nächtliches Herzklopfen, Schlafstörungen; wenn zu viele offene Baustellen den Schlaf rauben.

Häufig finden Menschen mit Burnout kaum noch Schlaf. Nicht schlafen können, weil das Herz nicht ruhig schlägt, sondern zeitweise viel zu schnell und stark: 
Dabei handelt es sich um ein wichtiges Burnout-Anzeichen. Unser Herzschlag steigt nicht nur unter körperlicher Anstrengung, sondern wird auch durch unsere Psyche wesentlich beeinflusst. 
Die Schlafstörungen sind ausgeprägt, ständig kreisen die Gedanken um die Arbeit. Besonders schlimm wird das, wenn etwa das Handy/das Tablet, der Laptop neben dem Bett liegt und lautstark oder penetrant blinkend jede neue Nachricht vermeldet.

Häufig: Ständig an die Arbeit denken und innere Anspannung

Viele können dann auch tagsüber nicht abschalten, denken selbst während der Freizeit, im Urlaub oder in der Mittagspause ständig an die Aufgaben, die noch warten – ein typisches Anzeichen für Burnout. Die Betroffenen stehen ständig unter Strom, sind eigentlich immer angespannt, sogar dann, wenn sie gar nicht an die Arbeit denken.

Häufig: Lustlosigkeit

Das, was früher leicht von der Hand ging, wird nun als anstrengend empfunden, wobei das Gefühl der Lustlosigkeit vorherrscht. Gerne werden „Alter“ und „Krankheit“ als Ausrede vorgeschoben. Das ist typisch für Burnout.

Oft: Überstunden

Während die Kollegen schon zu Hause sind, sitzen Sie noch im Büro und arbeiten. Ständige Überstunden können ein wichtiges Indiz für Burnout oder Belastungen im Privaten sein und ein Warnsignal für andere Krankheiten, wie Gefäßerkrankungen bis hin zum Schlaganfall.

Immer: Starke Vergleiche und Versagensangst

Wer früher neue Aufgaben schätzte und als Möglichkeit sah, um zu zeigen, was in ihm steckt, heute jedoch diese Herausforderungen aus Versagensangst meidet, sollte hellhörig werden. Oft handelt es sich dabei um ein deutliches Burnout-Anzeichen.

Zunehmend verminderte Leistungsfähigkeit

Die Aufgaben stauen sich, weil plötzlich für alles viel mehr Zeit gebraucht wird als früher. Verminderte Leistungsfähigkeit ist oft ein Frühsymptom des Burnouts.

Immer: Erschöpfung

Bereits der Gedanke an das gewohnte tägliche Pensum (Arbeit und Privat) lähmt jede Aktivität. Diese totaleErschöpfung und das Gefühl, völlig ausgebrannt zu sein, ist eines der wichtigsten Burnout-Symptome.

Häufig: Konzentrationsstörungen

Hinzu kommt meist eine Konzentrationsschwäche. Man lässt sich leicht ablenken, weil sich die Gedanken immer wieder mit der Arbeit/den kritischen Themen beschäftigen und von anderen Themen wegdriften.

Dehumanisierung

Unter der bei Burnout typischen Dehumanisierung versteht man ein abwertendes, arrogantes Auftreten gegenüber anderen, sowie eine häufige Nutzung von Fachjargon, den Verlust der Empathie für andere und eine größere Distanz zu Kunden und Kollegen.

Häufig: Reizbarkeit und Aggressivität

Manche reagieren bereits auf die kleinste Kritik sauer. Das gilt nicht nur für den Job, auch privat zeigen sie sich zunehmend Reizbarkeit und Aggression: ein Warnsignal, dass Burnout entsteht.

IMMER: Private Probleme und „Schuld“

Das führt auf lange Sicht immer auch zu Problemen im Privatleben.

Zynismus und beißender Humor

Typisch für Burnout zusätzlich der beißende Humor und Zynismus der Betroffenen. Diese Merkmale entstehen vermutlich durch Überlastung sowie Frustration und fungieren als Selbstschutz.

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