April 12, 2021

Wie erkenne ich Burnout?

In vielen Gesprächen/Chats werde ich immer wieder gefragt, wie man frühzeitig erkennen kann, dass man Burnout- gefährdet ist, oder nicht. 

Nun, wie so oft ist die Antwort strukturell einfach, aber im praktischen Leben recht komplex: 

Solange wir Dinge (beruflich & privat) tun, die uns guttun und aus denen wir Kraft nehmen können, um schwierige Situationen auszuhalten und zu überstehen, ist alles in Balance, alles gut. 

So weit gehen meine Klienten auch alle mit, also theoretisch. Viele erklären mir dann (solange es Ihnen gut geht), dass das alles nur eine Frage der richtigen Priorisierung sei. 

Das ist absolut richtig. Und doch kommen viele Menschen zu mir, die diese Priorisierung nicht mehr gut hinbekommen. 

Dabei stellt sich immer heraus, dass es viele Anzeichen, körperlich (Rückenschmerzen, Magen-Darm Probleme, Kopfschmerzen ……) wie auch psychisch (Anspannung, Schlafstörungen, „getrieben sein“, ….) vorher deutlich erkennbar waren. 

Und zwar nicht ein einzelnes Symptom, sondern immer eine Kombination aus mehreren. Diese sind „als gegeben“ akzeptiert und ausgehalten worden, bis sie soviel Energie gezogen haben, dass „auf einmal“ dann im Job „gar nichts mehr geht“ und man sich unversehens im Burnout befindet und in dieser Situation als nicht mehr arbeitsfähig scheint. 

Nach einigen Gesprächen kommen wir dann meist an dem Punkt an, wo klar wird, dass der Burnout bei der Arbeit schon die Folge einer (i.dR. langen und privaten) Vorgeschichte ist.

Ich habe sogar Klienten, da ist die Arbeit, dass, was überhaupt noch Energie und Sicherheit bringt. Dabei ist das private Umfeld, bzw. der Umgang mit dem privaten Umfeld derart kräfteraubend, dass das bis in die eigentlich positiv besetzte Arbeit strahlt und diese unmöglich macht. 

An der Stelle ist wichtig zu verstehen, dass „Burnout“ nicht nur immer in das Private (negativ) strahlt, er hat auch seine Wurzeln dort. 

Wenn man diesem Ansatz folgt, kann man Ziele re-definieren, Prioritäten justieren und gestärkt aus der Krise gehen. 

Das sind natürlich hoch- individuelle und hoch- komplexe Prozesse, denen man selten mit einer einfachen Standard- Lösung für die Burnout- Behandlung nachhaltig beikommt, was die Rückfallquoten belegen. 

Also achten Sie bitte auf die Symptome, ich habe auch eine Zusammenfassung „Die schleichende Fall: Burnout“ unter #wem_hilt_s auf Linkedin veröffentlicht, sowie einen Burnout Fragebogen, wenn sie sich selbst unsicher sind. 

Wie immer: Kommentare und Fragen sind willkommen. 

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